Der Blog der Landschaft des Wissens

Ist die Aufklärung gescheitert?

Die schlechte Nachricht vorweg: Das „Projekt der Aufklärung“ scheint gescheitert zu sein. Vernunft und Empathie als Maximen humanistischen Handelns spielen im vielzitierten „Anthropozän“, dem Zeitalter der Menschen, offenbar nur mehr eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um Machtansprüche und Machtdurchsetzung gegenüber Menschen und der Natur – und das im globalen Maßstab.

Eine solidarisch gerechte ökologische und soziale Zukunftsgestaltung, ein gutes Leben für alle auf liberaler demokratischer Basis, rückt in immer weiter Ferne. Bewaffnete ethnische und religiöse Konflikte und sogar wieder Kriege dominieren die Weltpolitik, die zum „Spielfeld“ autokratischer politischer „Führer“ und ihrer Geschäfte machenden opportunistischen Trittbrettfahrer verkommen ist. Das Völkerrecht als zivilisatorische Errungenschaft wird vielfach ignoriert. Die Europäische Union und ihre noch vorhandenen liberalen demokratischen Mitgliedsstaaten stehen unter gewaltigem Druck durch autoritäre und autokratische Kräfte – mittlerweile insbesondere auch durch ihren ehemaligen Verbündeten: die USA unter Donald Trump. Doch auch unsere europäische politische Elite misst mit zweierlei Maß, wenn es um ihre machtpolitischen Vor- oder Nachteile geht. Ihre in Sonntagsreden vielgepriesenen Werte werden taktisch der Doppelmoral geopfert und drohen sogar den Zusammenhalt der EU zu spalten.

Wurden zu Beginn der 1990er-Jahre noch Samen der Hoffnung für eine friedliche Zukunft gepflanzt, sehen wir heute eine Welt, die vielfach aus den Rudern gelaufen ist.

Wo ist das „gemeinsame Haus Europa“, das der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow mit der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ als gemeinsame Vision mit dem „Westen“ angeboten hatte? Was blieb von der Aufbruchstimmung bei den Weltsozialforen in Brasilien und den sich formierenden Friedens- und Umweltbewegungen dieser Zeit?

Wie konnte aus dem ersten „UN-Erdgipfel“ 1992 in Rio, der die Grundlage für die COP- und Biodiversitätskonferenzen gelegt hatte, eine jahrzehntelange Inszenierung der systematischen Verhinderung und Verzögerung notwendiger Maßnahmen werden, welche mittlerweile den Klimawandel zur größten Bedrohung der Menschheit ausarten ließ?

Die Welt wächst – trotz globaler Herausforderungen – leider nicht zusammen, im Gegenteil: Populistische Politik setzt vermeintlich nationalistische Interessen im Sinne ihres Machtkalküls durch – ein Unterfangen, das für die Weltgesellschaft nicht gut ausgehen kann. Weder für die überwiegende Mehrheit der Menschen dieser Welt, die von dieser Politik in Mitleidenschaft gezogen, ja sogar in den existenziellen Abgrund gestürzt werden, doch auch nicht für die extreme Minderheit ihrer kurzfristigen Nutznießer. Ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, das auf lineare Expansion und militarisierte Staaten beruht, kann letztlich nur destruktiv enden.

Was aber wäre der positive Ausweg aus dieser offensichtlichen Sackgasse? Was können wir dem Zerfall unserer vermeintlich bewährten Systeme, zugleich des befürchteten Zerfalls unserer westlichen Zivilisation, als positive große Erzählung gegenüberstellen?

Zumindest das eine: Die überwiegende Mehrheit der Menschen dieser Welt ist nicht so! Menschen sind soziale Wesen, die auf positive menschliche Kontakte angewiesen sind. Auch in autoritären Regimen will die Mehrheit der Bevölkerung keineswegs bevormundet werden, sondern frei von Angst und Unterdrückung möglichst selbstbestimmt leben. Daher gilt es, Immanuel Kants kategorischen Imperativ, nur nach Maximen zu handeln, die wir vernünftigerweise so verallgemeinern könnten, dass sie für alle gleichermaßen gelten, angesichts der Globalisierung zeitgemäß auszulegen – und dies auch von den politischen Eliten konsequent einzufordern.

Freiheit bedeutet nicht, in egoistischer Weise alles für sich in Anspruch zu nehmen, was macht- bzw. geldbasiert möglich ist – weder individuell noch kollektiv! Sich auf Kosten Dritter übermäßige Vorteile zu verschaffen, ist in einer Welt mit begrenzten Ressourcen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und damit ein schwerer Verstoß gegen das internationale Völkerrecht. Weder autokratischen Führern noch den Reichsten dieser Welt steht diese Freiheitsaneignung zu.

Der Aufruf „Sapere aude!“ zu Zeiten Immanuel Kants bezog sich auf die Befreiung von religiöser und aristokratischer Bevormundung der Mehrheit der Menschen in Europa. Heute geht es darum, auf globaler Ebene einen Ausweg aus der Bevormundung durch ein neoliberal verformtes Wirtschaftssystem zu finden, das mit Hilfe nationalistischer, autoritärer und autokratischer Populisten sowie der destruktiven Macht der Tech-Giganten den einen Teil der Welt in einen ignoranten Konsumismus einzuschläfern versucht, und den anderen Teil der Welt in bittere Armut stürzt, welche sich in Gewalt entlädt.

12. Dezember 2025

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Horst Peter Groß, Philosoph, Unternehmensberater,
Präsident der Landschaft des Wissens|Wissenschaftsverein Kärnten

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