Der Blog der Landschaft des Wissens

Europa brennt

In der Publikation „Selbstverbrennung“ beschreibt der Umweltwissenschaftler Hans Joachim Schellnhuber eindringlich die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff. Inzwischen ist Realität geworden, wovor auch Weltklimarat und Weltbiodiversitätsrat seit Jahren warnen: Eine Zivilisation, die ihre natürliche Lebensgrundlage systematisch zerstört, ist nicht zukunftsfähig.

Im Sommer 2026 brennt Europa, ob in Portugal, Spanien, Frankreich oder Griechenland, aber auch bei uns. Waldbrände und Dürren verursachen immense Kosten, Wassermangel und Sturzfluten gefährden wichtige Wirtschaftsbereiche. Insbesondere Städte leiden unter der Hitze. Klimaanlagen sollen Abkühlung bieten, doch das ist nur eine Scheinlösung: sie heizen mit ihrer Abluft die Temperatur weiter an und verbrauchen zusätzlich Energie, die derzeit noch überwiegend aus fossilen Brennstoffen kommt und den Co2-Ausstoß zusätzlich erhöhen. Ein fataler Kreislauf, in dem Probleme in derselben Logik gelöst werden sollen, durch die sie entstanden sind. Das kann nicht gut gehen!
Der Vorwurf an die Regierenden, gegen den Klimawandel zu spät und zu wenig zu tun, ist völlig gerechtfertigt, aber auch zynisch. Sie werden zum Teil gerade deshalb gewählt, weil sie den Klimawandel herunterspielen und unsere Verdrängung der Realität populistisch verstärken. Vorsorgende Maßnahmen, die viel weniger gekostet hätten als die Schäden, die jetzt durch beinahe schon jährlich stattfindende „Jahrhundert-Ereignisse“ entstehen, wurden seit Jahrzehnten verschleppt.

„Der größte Feind der neuen Ordnung ist, wer aus der alten seine Vorteile zog“ (Machiavelli). Das gilt auch für uns, die wir in einer Welt mit allen denkbaren Bequemlichkeiten leben dürfen. Daran halten wir fest, auch gegen vernünftige Einsicht. Doch ein „Weiter-wie-bisher“ macht alles nur schlimmer.

Wollen wir nicht noch mehr Zeit verlieren, gilt es endlich zu handeln. Wir müssen ernsthaft solare und biologisch verträgliche Wirtschaftskreisläufe unterstützen, auch wenn dies bedeutet, selbst seinen Beitrag zu leisten. Dies ist auch eine Chance! Lediglich die Politik anzurufen, bedeutet hingegen Abschiebung von Verantwortung, die wir im Sinne unserer demokratischen Autonomie eigentlich einfordern.

 

Klagenfurt, 10. August 2026

Horst Peter Groß, Philosoph, Unternehmensberater,
Präsident der Landschaft des Wissens|Wissenschaftsverein Kärnten

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